Ein hörenswertes Werk des christlichen Pop
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Rezension von Dr. Peter Hahnen

Mit ihrem dritten Album hat die Band „Sternallee“ ein hörenswertes Werk des christlichen Pop veröffentlicht. Zwölf überzeugende Titel über Menschsein und die Hoffnung der Christen.

Wo dem einen das Neue Geistliche Lied zu sehr nach Jugend-Combo klingt, ist dem anderen die professionalisierte Alternative oft zu nah an der Marktgängigkeit amerikanischer Prägung und ihrem Kommerz. Außerdem fällt Letztere oft einem weltfremden Lobpreis anheim und ist textlich bei genauerem Hinsehen schwer erträglich. Da ist nichts angeraut, nichts fraglich. Da ist man einfach - evangelikal - tieffromm.

Zwischen diesen beiden Polen leuchten selten deutsche Künstler auf, die professionell produzieren und dennoch textlich und mental auf dem Boden geblieben sind. An solcher Stelle kann man, nach seiner glänzenden Ersteinspielung vor wenigen Jahren (2009) und de zweiten CD (2011), das fünfköpfige Ensemble „Sternallee“ verorten. Dessen Songs klingen auch ganz anders, als man es von mancher auf Niveau bedachten, aber fachlich schlecht gecoachten Kirchenband kennt. Nicht jedes Charisma muss ja auf CD gepresst werden.

„Sternallee“ klingt anders, nach echtem Heute, nach Originalem und Durchlebtem. Zwölf neue Songs erklingen, sämtlich aus eigener Feder. Christina Siebert (Gesang, Gitarre) lotet in ihren acht Titeln ein Menschenleben und zugleich Geschichte wie Hoffnung des Christentums tief aus: Niedergeschlagenheit, die sich aushält, statt sich auf glücklich zu schminken; Verzweiflung, die - und wie - eine Hoffnung findet, zum Beispiel im zweiten Lied „Im Licht“; zurückhaltende mystische Versenkung („In deinem Klang“), aber auch frohgemuter Aufbruch („Tanz“) finden ihren Niederschlag. Als Texterin ist Christina Siebert, deren Stimme ebenso blendend klingt, wie sie zu verschatten und leise zu flüstern vermag, glücklicherweise nicht durch die reimorientierte und schwache Schule des Kirchenlieds gegangen. Ihr gelingen sogar poetische Ideen von hoher Treffsicherheit: „Der Morgen liegt am Himmel über dem, was kommt, was wird“.

Matthias E. Gahr, Keyboarder, Sänger und zugleich geistiger Kopf des Ensembles, steuert vier eigene Lieder bei. Besonders stark ist sein Song „Dornbusch“, mit dem die fast atemlose Tempofahrt der ersten Programmhälfte zur Ruhe kommt. Mit diesem Titel wird Gott gebeten, sich wieder einmal erfahrbar zu machen: „Zünde wieder einen Dornbusch an, als Feuer und als Wolke geh voran, schreib deinen Namen an die Wand, damit ich dich ahnen kann.“ Das Gescheiterte, Vertrocknete ist Teil des Lebens, und der Schmerz darüber wird ins Lied gebracht. Mit spätestens diesem Titel beweisen „Sternallee“, dass sie zum Besten gehören, was die christliche Popmusik hierzulande aufzuweisen hat. Kein Wunder, dass Altmeister Siegfried Fietz, der zum Beispiel den Bonhoeffer- Text „Von guten Mächten“ vertonte, die neue CD in seinen Vertrieb aufgenommen hat.

Man kann sich auf den Strom dieser Musik und ihrer klugen Texte einlassen, ist eingewoben, auch ohne mitsingen zu wollen (und auch nur selten zu können). Die anderen Bandmitglieder (Rolf Wenner, Gitarre; Michael Aust, Bass; Sebastian Volk, Schlagwerk) treten hervor, schaffen Klanginseln, akzentuieren, ziehen sich wieder zurück. Wie eine helle Brandung rauscht dieses Dutzend Neuigkeiten aus der Anlage. Es ist perfekt abgemischt und mit einem wertigen Booklet versehen, das stimmungsvolle Fotos und sämtliche Texte enthält.

[Diese Rezension ist erschienen in der Zeitschrift "Christ in der Gegenwart" 32/2015]

Lieder, die man gern in die Seele lässt
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 Rezension von Thomas Nowack, www.popularmusikverband.de  

Es gibt sie wieder (oder noch). Handgemachte. im Positiven einfache. klare und ansprechende Songs mit gehaltvollen Texten. Sternallee beweist das mit seiner aktuellen Scheibe nachdrücklich. Ohne Schnörkel und Schnickschnack ist da eine Produktion entstanden, die sich nicht verstecken muss, ja, die es zu entdecken gilt. Denn Sternallee ist zumindest in der Szene sicher noch nicht bekannt genug. Das sollte sich spätestens mit diesen Songs ändern. Die 12 Eigenkompositionen, produziert von Gerry Barth, singen vom Abschiednehmen, von ehrlichen Gefühlen, von der Sehnsucht nach dem Größeren, vom „einfach-Glücklichsein“. Mal gefühlvoller Pop, mal folkig angehaucht. mal balladesque, mal Singer-Songwriter-like – schlicht: facettenreich. Die Fünf von Sternallee treffen dabei nicht nur die Töne, sondern auch mitten ins Schwarze. Und die Texte heben sich wohltuend von allzu bekanntem Einerlei im großen Teich der christlichen Popularmusik ab. Dazu eine sauber produzierte Scheibe mit wunderbar klaren und einfachen Arrangements, instrumental auf den Punkt gebracht und durch Frontfrau und Songwriterin Christina Siebert (acht von zwölf Songs aus ihrer Feder·) perfekt gesanglich umgesetzt und interpretiert. Dazu ein Songbook, das einlädt mitzusingen oder selber mit der eigenen Band den ein oder anderen Song zu spielen. Denn die Werbung von Abakus trifft voll zu: „Lieder, die man gern in die Seele lässt". Mögen sie den Weg in viele Herzen finden!  

[Diese Rezension ist erschienen in: musik & message, MAGAZIN FÜR CHRISTLICHE POPULARMUSIK, Ausgabe 1/2015 Mai bis Oktober]

Musik, die man daheim richtig laut aufdrehen kann
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Rezension von Klaus M. Brantl, Verein musica-e-vita

Ich bekomme ja immer wieder mal Produktionen zugeschickt. Diese sticht hervor, denn gleich beim ersten Song erkennt man eine sehr professionelle Produktion - und das bei einer Gruppe, für die das ein (erweitertes) Hobby ist. Der Wow-Effekt hält auch über den ersten Song hinaus an.
Es ist sicher nicht die Art NGL, die einfach reproduzierbar ist; ich denke, das will die CD gar nicht sein. Das ist Musik zum Anhören - Musik, die man daheim richtig laut aufdrehen kann. Wir alle kennen inzwischen so einige Interpreten und Gruppen, die sowas richtig gut machen. Für mich gehört die neue Produktion von Sternallee auch dazu.

[Diese Rezension ist erschienen im Newsletter 4.14 des Vereins musica-e-vita; www.musica-e-vita.de]