Klar und tiefgründig
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Rezension von Maike Geddert

 

Nach ihrem Debütalbum „größer“ hat die unterfränkische Band „sternallee“ jetzt ihr zweites Album „zeitlos“ auf den christlichen Liedermarkt gebracht. Auch hier verbinden sich wieder Roch und Pop mit folkigen Elementen. Dazu verleiht Sängerin Christina Siebert mit ihrer grandiosen Stimme den melodischen Titeln ihren gang einzigartigen „sternallee“-Klang.
Seit Jahrzehnten sind die neuen christlichen Musikströmungen fest in evangelischer - ja, meist evangelikaler - Hand. Mit „sternallee“ stößt eine der wenigen katholischen Bands in dieses Terrain vor. Ebenso klar und mit tiefgründigen Texten bekennen sie sich zu Gott.
Die 13 Lieder sind überwiegend auf Deutsch und die Liedtexte können in dem mitgelieferten Booklet nachgelesen werden. Schönes Album!

[Diese Rezension ist erschienen in: IDEA - Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt, Nr. 11, 14.03.2012, S. 28 im ideaSpezial "Lesen, hören und sehen"]

Zuspruch für Zeitgenossen - „zeitlos“ bietet starken Pop mit Inhalt
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Rezension von Dr. Peter Hahnen,
Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj)

 

Es war einmal ..., da hielten Pop und Jazz Einzug in das geistliche Leben auch der Katholiken. Als seinerzeit der Protestantismus schon lange die Nase im Wind hatte, schreckten ungewohnte Klänge auch so manchen „Messbesucher“ auf. Manchem ermöglichte derlei Aggiornamento das geistliche Überleben. Das ist Jahrzehnte her und abgesehen vom Kammer-Pop des Neuen Geistlichen Lieds, das – by the way – immer noch recht vital ist, ist das Feld des christlichen Mainstream-Pops fest in evangelischer, ja, oft in freikirchlicher Hand.

Eine der wenigen Ausnahmen bildet das Ensemble „Sternallee“, das nun seine zweite CD vorgelegt hat. Die fünf Musiker um Christina Siebert (Vocals) und Matthias Gahr (Tasten) schöpfen aus dem Vollen. Die 13 Tracks spielen frisch und zuversichtlich auf. Sie kreisen ums Leben, vor allem ums Christenleben. „Wenn ich manchmal von dir träume, fliegt mein Glaube hin zu dir...“ (Tr. 1, „Manchmal“) gibt die bedachte Tonart vor, in der hier musiziert wird. Auf gute Texte wurde spürbar Wert gelegt. „An dich“ (Tr. 11) ist das Gebet eines Zweiflers, der die Hoffnung nicht aufgibt. „Für die Nacht“ (Tr. 12) singt ein Abendgebet, das die Feinde ebenso einschließt wie die Schöpfung im Ganzen. Lyrics von solcher Qualität sind neuzeitliche „Psalmen“, die Zeitgenossen beten helfen.

Gitarre und Percussion setzen glaubhafte Akzente, die Bombast vermeiden. Siebert und Gahr wechseln als Urheber ab. Die Frontfrau, im Zivilberuf Krankenschwester, setzt den Schwerpunkt auf Lebenswelt und tastendes Fragen (Tr. 3, „Ich weiß nicht“). Gahr wird da schon mal ausdrücklicher („Gott der leisen Töne“, Tr.8). Professionell eingespielt und klar abgemischt lässt die Musik keine Wünsche offen.

Mit zwei englischsprachigen Titeln („Your days on earth“, Tr. 10 / „God of silence“, Tr.13) blickt das Ensemble auch sprachlich über den Tellerrand. Ob man aber Textzeilen wie „So let your love shine“, braucht, möchte man indes bezweifeln. Das bisschen Englisch macht den neuen Silberling zweifellos marktgängiger, und das gilt womöglich auch für den eigentümlich artifiziellen und wabernden Sound in Track 13. Sei’s drum!

Den Nachdenklichen im Lande, die zeitgenössischen christlichen Pop mit Niveau hören wollen, bietet diese CD starkes Material.

[Diese Rezension ist in leicht abgewandelter Form erschienen in: CHRIST IN DER GEGENWART 12/64, 18.03.2012, S. 130 und KOMPASS - Soldat uin Welt und Kirche, 2/2012, S. 28]

Zeitlos? Im Gegenteil. Ganz und gar zeitgemäß!
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Rezension von Bernd Müller
Arbeitskreis Neues Geistliches Lied im Bistum Würzburg

Zeitlos? Im Gegenteil. Mit ihrem neuen, zweiten Album „zeitlos“ präsentiert sich die Münsterschwarzacher Band ganz und gar zeitgemäß. Nach der schon beeindruckenden ersten CD konnten sich die fünf Musiker von Sternallee noch einmal steigern und bewegen sich deutlich mehr im Bereich aktueller deutscher Popmusik, als in üblichen NGL-Klängen.

Die 13 Titel, davon zwei in englisch, erzählen vom persönlichen Glauben („Manchmal“), stellen Glaubens- und Lebensfragen („Ich weiß nicht“), greifen alte biblische Motive in aktueller Sprache auf („Sprich nur ein Wort“) oder sind einfach hin ein gesungenes Nachtgebet („Für die Nacht“).
Alle Kompositionen und fast alle Texte stammen von den Bandgründern Christina Siebert und Matthias Gahr.

Die Stimme von Sternallee ist Frontfrau Christina Siebert, die - manchmal im Chor mit sich sich selbst - allen Titeln kraftvoll und unverkennbar ihrem Stempel einprägt. Instrumental fallen die abwechslungsreichen Keyboardsounds auf, die manchmal an 80-er Jahre erinnern, aber die sind ja auch wieder mal angesagt. Ebenso geprägt wird Zeitlos aber auch durch die Gitarrensounds von Rolf Wenner, der sein Handwerk von den Konzertgitarre bis zum satten E-Gitarrensolo in der ganzen Bandbreite beherrscht. Das alles ist eingerahmt in stimmigen Schlagzeug- oder Percussionrhythmen, gefühlvoller Bassbegleitung und wurde am Ende auch professionell arrangiert und gemixt.

Meine Highlights: Das eingängige „Sternallee“, „Sprich nur ein Wort“ mit seinen fetten Gitarrensounds und die beiden ganz ruhigen Titel „Gott der leisen Töne“ und „Für die Nacht“.
Der CD beiliegend ist ein geschmackvoll gestaltetes zwölfseitiges Booklet mit allen Liedtexten und Fotos der Band.